Zeichen für eine geistliche bzw. kirchliche Berufung
Jede Berufung ist ein Geschenk Gottes. Doch sie fällt nicht vom Himmel und ist meist auch nicht durch einen "direkten Eingriff von oben" erkennbar. Wie also kann man seine eigene Berufung bzw. die Berufung zu einem Dienst in der Kirche erkennen? Der Ruf Gottes ist durch Zeichen zu ersehen, die Gott uns in unserem alltäglichen Leben meist indirekt gibt. Oft sind diese Zeichen unauffällig und leise, manchmal auch scheinen sie widersprüchlich zu sein. Deswegen brauchen wir Zeit und auch Stille, um diese Zeichen zu erkennen und um zu unterscheiden, welche von Gott kommen.
Manches Mal zeigt sich eine Berufung da, wo jemand über längere Zeit mit seiner eigenen Lebenssituation nicht mehr zufrieden ist, wobei diese Unzufriedenheit keinen erkennbaren Grund hat (also z.B. nicht in eigenem Versagen, Überforderung, Anpassungsproblemen oder einem kritischen Ereignis usw. begründet ist). Alle kirchlichen Berufungen sind Dienst für andere. Ein wichtiges Erkennungszeichen ist daher die Erfahrung von Freude im Dienst an anderen Menschen, besonders an bedürftigen Menschen. Hierzu gehört auch die Bereitschaft zu selbstlosem Tun, ohne dafür gleich Dank oder Belohnung zu erwarten.
Kirchliche Berufungen sind ohne religiöse Motivation nicht lebbar. Freude am Glauben, Hingezogensein zu spirituellen Werten und Vollzügen (z.B. Gebet, Meditation, Schriftgespräch) und die Bejahung der kirchlichen Gemeinschaft sind darum Grundlage einer jeden geistlichen und kirchlichen Berufung. Eng damit verbunden ist auch das Hingezogensein zur Feier der Eucharistie, die ja die Mitte des christlichen Lebens ist. Kirchliche Berufungen sind immer Berufung in die Gemeinschaft und zum Dienst an der Gemeinschaft. Anzeichen für eine Berufung können daher auch vorhanden sein, wo jemand Freude daran hat, den Glauben mit anderen zu teilen (z.B. in Bibelgruppen, Glaubensgesprächen usw.).
Der Glaube durchdringt den ganzen Menschen. Eine Berufung wird darum bei jemandem erkennbar, der den Wunsch danach hat, dass sein ganzes Leben vom Evangelium durchformt werde, ohne dabei irgendwelche wichtigen Bereiche auszuklammern. Mit der Zeit gehört zu einer Berufung auch eine wachsende innere Gewissheit und die damit verbundene Freude: Ich bin von Gott gemeint! Er ruft mich! Und ich bin damit froh! Es ist freilich keine Gewissheit, die nicht auch immer wieder von Zweifeln und Unsicherheiten begleitet würde.
Zeichen für eine Berufung zum Salesianer Don Boscos
Außer den hier genannten Anzeichen für eine geistliche Berufung sind für eine Berufung zum Salesianer Don Boscos auch noch spezifische Kriterien wichtig: