Was heißt für mich heute als salesianischer Ordenschrist in Gemeinschaft zu leben?
Als Ordenschrist und Salesianer Don Boscos fühle ich mich in eine Gemeinschaft berufen, in der ihre Mitglieder in gleicher Gesinnung und mit gleichen Zielen zusammenleben. Das bedeutet aber auch, dass ich Mitbrüder antreffe, die ich mir nicht selber ausgesucht habe, denn Gott ist es, der mich diesen Weg geführt hat. Nach wie vor empfinde ich das als eine spannende und nicht immer leichte Herausforderung; denn ich muss mich in meinem privaten Leben, in den Beziehungen immer wieder auf Menschen einstellen, die ich nicht näher kenne. So lebe ich seit vier Jahren in einer Gruppe von 10 Mitbrüdern, die aus fünf verschiedenen Nationen stammen. Jeder hat seine Aufgabe, die ihm von der Gemeinschaft übertragen wurde. Er erwartet, dass die Gemeinschaft ihn in seiner Arbeit anerkennt und stützt.
Mir ist im Laufe meines Ordenslebens auch deutlich geworden, wie wichtig es ist, dass jeder einzelne eine eigenständige Persönlichkeit ist und sein darf. Jeder hat eine ganz eigene Lebens- und persönlich geprägte Berufungsgeschichte. Die Gemeinschaft gibt ihm dafür den Raum, sich eigenständig zu entfalten, seine Berufung und apostolische Sendung zu verwirklichen.
Auf der anderen Seite bilden wir Salesianer "Kommunitäten, in denen wir ... im Geiste einer Familie alles teilen und eine Gemeinschaft aufgrund persönlicher Beziehungen aufbauen" (Konstitutionen, Nr. 49). Dieser Familiengeist macht unsere Gemeinschaft reich und schön, denn wir spüren, dass wir in allen Bereichen unseres Lebens zusammengehören: in "Arbeit und Gebet, Mahlzeiten und Stunden der Erholung, Begegnungen und Versammlungen" (Konstitutionen, Nr. 51).
P. Georg Demming SDB