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WAHRHEITSSUCHE - Immer unterwegs und nie am Ziel


"Bei Don Bosco gab es keine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Jeder ist an seinem Platz und mit seinem Menschsein wichtig. Das gefällt mir!"

CLEMENS SCHWAIGER WÄCHST in einfachen, bescheidenen Verhältnissen auf. Das erwähnt er immer wieder. Man merkt, dass ihm seine Wurzeln wichtig sind und gerade seinem Vater, der selbst gerne das Gymnasium besucht hätte, hat er zu verdanken, dass er eine akademische Laufbahn einschlagen konnte. Vielleicht liegt es auch an diesen Wurzeln, warum er Bruder und nicht Pater geworden ist. „Es passiert mir oft, dass ich zum ‚Quasi-Pater’ befördert werde“, erzählt er lachend. Doch als Professor an der Hochschule in Benediktbeuern ist er vollkommen ausgelastet und beruft sich auf Don Bosco, der partout keine Zwei-Klassen-Gesellschaft haben wollte und für den jeder an seinem Platz wichtig war. Genau das gefällt ihm an den Salesianern. Doch von Anfang an: Clemens Schwaiger kommt ins Schülerheim der Salesianer in Augsburg. Hier atmet er neun Jahre lang ganz selbstverständlich „salesianische Luft“. Zunächst studiert Clemens Schwaiger Philosophie und Theologie, jedoch ohne die Absicht Priester zu werden oder in einen Orden einzutreten. Er lebt allein. Er spürt, dass das nicht das richtige für ihn ist. Eine Phase des Suchens beginnt und er merkt schnell, dass er gerne in einer Gemeinschaft leben möchte. Er schaut sich mehrere Orden an. „Die Salesianer kannte ich ja schon. Irgendwie gab mir das Sicherheit und ich empfand sie als weltzugewandter als alle anderen Orden“, erzählt er von seinen damaligen überlegungen. Durch das Mitleben in Benediktbeuern wird er in seinem Entschluss bestärkt. Hier wird ihm die Möglichkeit geboten, seine akademische Karriere fortzusetzen und auszuüben. „nicht ohne Pathos kann ich sagen, dass ich hier gewissermaßen mein Paradies gefunden habe“, schwärmt Professor Dr. Schwaiger von seinem Leben in Benediktbeuern. Das Gefühl, eine Heimat gefunden zu haben, die genau das richtige für ihn ist, macht ihn zufrieden und glücklich: „Ich wüsste nicht, womit ich tauschen sollte.“ Auch wenn er heute mit seinem Leben zufrieden ist, weiß Professor Schwaiger um die ‚Suche nach der Wahrheit’. „Das gehört zum Menschsein und zum Glauben dazu, dass man immer unterwegs, aber nicht am Ziel ist. Dabei entsteht eine immer tiefere Beziehung zu Gott.“ Diese Suche sieht er als seine Berufung und Lebensaufgabe.

Bruder Clemens Schwaiger lehrt seit 10 Jahren als Professor für Philosophie an der ordenseigenen Hochschule in Benediktbeuern und lebt dort als Bruder in der Gemeinschaft der Salesianer. Die pädagogische Arbeit mit wissbegierigen jungen Erwachsenen in einer intensiven und doch fröhlich-lockeren Studiengemeinschaft erlebt er nicht nur als echt salesianisch, sondern er sieht hier auch eine große Breitenwirkung, da die späteren Sozialarbeiter und Theologen einmal als Multiplikatoren in Kirche und Gesellschaft tätig sein werden.

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