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BODENSTÄNDIG - "Glaube und Beruf": Mit beiden Beinen im Leben stehen


"Die Salesianer sind aktiv und Jung. Die stehen mit beiden Füßen auf dem Boden und sind nicht weltfremd. Da stand die Entscheidung auf einmal fest!"

KATHOLISCHES ELTERNHAUS, Ministrantenzeit, Ferien mit der katholischen Jugend... Der Bezug zur Kirche war für Christof Baum von Kindesbeinen an selbstverständlich. nach der Schule studiert er Elektrotechnik. Das ist seine große Leidenschaft. Sein Wunschberuf. Er beginnt eine Karriere bei der Telekom, doch nach einigen Jahren stellt er fest, dass ihm das nicht reicht: „Ich habe gemerkt, dass ich nicht so viel Geld brauche, wie ich verdiene, und dass ich keine eigene Familie gründen will.“ Christof Baum steckte damals mitten in einer Sinnkrise. Er suchte seinen eigenen Weg. Bereits während des Studiums hatte er Kontakt zu den Kapuzinern und spielte mit dem Gedanken, in einen Orden einzutreten. „Aber ich wollte nicht in ein Kloster gehen, da ich nicht Jahre lang Elektronik lerne, um dann Pfortenbruder zu werden“, schildert er seine überlegungen. Das Priestertum schließt er aus den gleichen Gründen für sich aus. Er will seinen Beruf weiter ausüben. Er will einen geistlichen Weg einschlagen, auf dem er die beiden Säulen seines Lebens – den Glauben und seinen Beruf – kombinieren kann. 1995, mit 29 Jahren, legte Christof Baum seine erste Profess ab. Doch die Zeit der Entscheidung bis zum Ordenseintritt war nicht einfach. Freunde und Kollegen konnten seine Entscheidung nicht nachvollziehen. Bruder Baum glaubt, dass das auch an den Vorurteilen liegt, die die meisten Menschen vom Ordensleben haben. „Viele wissen nicht, wie es bei den Salesianern zugeht. Da gibt es dann Vorstellungen wie in ‚name der rose’“, schmunzelt er. Die Menschen sollten den Orden zuerst kennenlernen, um sich selbst ein Bild zu machen. Das rät Bruder Baum auch jungen Männern, die sich für diesen Lebensweg interessieren. Das Mitleben in einer Gemeinschaft ist ein wichtiger Teil auf dem Weg des Suchens. Die Entscheidung fürs Ordensleben bereut er nicht: „natürlich ist nicht jeder Tag und jede Situation toll in einer Gemeinschaft, aber man muss sich überall und in jedem Lebensstil mit anderen Menschen arrangieren“. Das weiß Christof Baum auch deshalb, weil er für sich zuerst einen anderen Lebensentwurf ausprobiert hat.

Heute arbeitet Bruder Christof Baum als Ausbilder im Berufsbildungswerk der Salesianer Don Boscos in Waldwinkel. Er betreut junge Menschen mit Handicap. Sie hätten in einer regulären Ausbildung keine Chance. Er will ihnen sein Fachwissen weitergeben. Aber er will ihnen auch Vorbild im Glauben sein. „Die Jugendlichen stellen immer irgendwann Fragen zu meinem Leben und sind neugierig, was dahintersteckt“. Er weiß, dass er auf diese Weise auch diejenigen erreichen kann, die mit dem Glauben nichts am Hut haben.

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